Geschichte der Polizei

Das Motto “Die Polizei – Dein Freund und Helfer” dient noch heute als Slogan der Polizei. Es geht eventuell auf amerikanische Vorläufer zurück und wurde spätestens durch eine 1926 gehaltene Rede Carl Severings (SPD), des letzten demokratisch legitimierten preußischen Innenministers, etabliert. Severing arbeitete seinerzeit auf ein republikanisches Polizeiethos hin, wie es heute zum Selbstverständnis der deutschen Polizeien gehört.

Deutsches Reich bis 1933

In Deutschland ist das Polizeiwesen, wie fast überall in Europa, dreigeteilt entstanden. Es gab die kommunalen Polizeien in großen Städten (einschließlich Kriminalpolizei), den in Städte, Gemeinden und Landkreise abgeordneten Gendarmen, der historisch als Militärangehöriger im Rahmen des Preussischen Beamtenrechts zu sehen ist und die staatliche Polizei.

Deutsches Reich 1933-1945 (sog. Drittes Reich)

Im Dritten Reich wurde bereits sehr früh (Mitte der 1930er) die Polizei auf die Reichshauptstadt hin zentralisiert. Die Aufgabe der Feuerwehr wurde als sonderpolizeiliche Aufgabe angesehen. Sie wurde den Kommunen entzogen und der Ordnungspolizei zugeteilt. Die Feuerwehr trat danach als Feuerlöschpolizei in Erscheinung. Von dieser Unterstellung zeugen auch die grün lackierten Feuerwehrfahrzeuge mit schwarzen Radkästen und weißen Beschriftungen. Diese Lackierung war auch für die übrigen Einheiten der Schutzpolizei und der Gendarmerie vorgeschrieben. In dieser Zeit kam die Feuerwehr auch zum Blaulicht. Es war bereits in den 1920er Jahren festgelegt worden, das Polizeifahrzeuge zur Kennzeichnung einen blauen Scheinwerfer zu verwenden hatten. Da die Feuerwehr nun auch Polizei war, musste auch sie diesen Scheinwerfer verwenden. Die Ausgehuniformen waren hellgrün mit schwarzen Schaftstiefeln (oft als Knobelbecher bezeichnet) und hellgrünen Schirmmützen. Zum Dienstanzug wurden dunkelgraue, fast schwarze Tschakos statt der Schirmmützen getragen. Die Uniformjacken (Röcke) besaßen hohe, geschlossene Kragen mit Kragenspiegel. Dienstgradabzeichen wurden auf Schulterklappen getragen.

Besetztes Deutschland 1945-1948

Die Entwicklung der Polizei bis zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland bzw. der Deutschen Demokratischen Republik lief sehr unterschiedlich ab. Die Weichenstellungen, die die Besatzungsmächte in dieser Zeit machten, beeinflusst die Polizeiorganisation in den einzelnen Ländern teilweise noch heute. Wegen des Materialmangels wurden die Röcke der Polizisten gekürzt und die Kragenspiegel entfernt. Die hellgrüne Uniform wurde in der britischen Zone dunkelblau umgefärbt. Diese Farbe war oftmals nicht wasserfest und sorgte dafür, dass jeder deutschen Polizist in der britischen Zone, der buchstäblich im Regen stand, blaue Pfützen hinterließ wo er ging, stand und saß. Die Fahrzeuge blieben dunkelgrün mit weißer Aufschrift und schwarzen Radkästen.

Bundesrepublik Deutschland ab 1990

Seit 1994 nehmen Polizeibeamte und -beamtinnen der Länder an internationalen Einsätzen teil. Bereits davor gab es Auslandseinsätze einzelner Polizeibeamter oder einzelner Ermittlungsteams, die jedoch nichts mit dem zu tun haben, was unter “Internationale Einsätze”, wie z.B. der Ausbildung der Polizei(en) in Afghanistan oder anderen “Kriegsnachfolgeoperationen”, usw. zu tun haben. Es waren ähnliche Aufgaben wie die der Identifizierung von im Ausland bei Naturkatastrophen oder Flugzeugabstürzen umgekommenen Personen oder der Fahndung nach Personen, die sich ins Ausland abgesetzt hatten.

Nachdem seit den 1970ern die Uniformen und Fahrzeuge der Länderpolizeien in der Bundesrepublik Deutschland grün und beige waren, haben die Bundesländer Brandenburg , Hamburg und Hessen 2004/2005 damit angefangen, ihre Landespolizei auf dunkelblaue Uniformen umzustellen. Auch die Fahrzeuge wechseln bei den Landespolizeien in den 1970ern zu weiß/hellgrün und seit 2002 von grün/weiß über grün/silber zu (seit 2004) blau/silber, eine Umstellung, die je nach Finanzlage der Bundesländer und Einsatzzweck/Haltbarkeit/Finanzierung der einzelnen Fahrzeuge bundesweit noch bis 2020 dauern wird.

Hinter dem Farbwechsel der Polizeifarbe von Grün auf Blau verbirgt sich der europäische Gedanke, Polizeien innereuropäisch einheitlicher auftreten zu lassen. Auch wenn die Direktive dazu noch nicht verabschiedet wurde, die beteiligten Unterhändler im für die innereuropäische Polizeiarbeit zuständigen Ausschuss am Europäischen Parlament haben sich schon 1998 auf Blau geeinigt. Frankreich und Italien wollten nicht von (Dunkel-) Blau lassen, Deutschland wechselte lieber auf Blau als auf das von Grossbritannien favorisierte Rotorange. Zudem kam Blau im Jahr 1998 in den meisten EU-Mitgliedsstaaten bereits in der einen oder anderen Form und Helligkeit als Farbe an Streifenwagen vor. Da die o.a. Direktive noch diskutiert wird, ist noch keine europäische Nation zu einer Farbumstellung verpflichtet. Die einzelnen Polizeien/Innenministerien in der Bundesrepublik Deutschland, die bereits umstellen, handeln im vorauseilenden Gehorsam.

Der Grund des Farbwechsels der Wagengrundfarbe von weiß auf silber ist die Umstellung der Länder zum Jahrtausendwechsel, Fahrzeuge zu leasen statt klassisch zu erwerben. Die Leasinggesellschaften geben finanzielle Anreize, immer Fahrzeuggrundfarben zu wählen, deren Wiederverkaufswert möglichst hoch ist. Gebrauchte Autos in Silbergraumetallic erzielen in Deutschland einen deutlich höheren Erlös als Kraftfahrzeuge in Weiß. Es gibt Bundesländer, wie z.B. Schleswig-Holstein oder Rheinland-Pfalz, in denen vor der Umstellung auf Blau bereits Einsatzfahrzeuge beschafft wurden, die zwar schon silbergrau lackiert aber noch mit grüner Farbe kombiniert waren.

One Response to “Geschichte der Polizei”

  1. Hi. Interessanter Artikel. ICh suche etwas über die Geschichte der Detektive. Gar nicht soleicht zu finden aber deinen Artikel finde ich sehr gut. Google hat mich hier her gebracht und es war ein Glückstreffer :) .

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